Das Strafrecht beruht im Wesentlichen auf drei Säulen, dem materiellen Strafrecht, dem Strafverfahrensrecht und dem Strafvollstreckungsrecht. Das materielle Strafrecht beschreibt zum einen die Voraussetzung der Strafbarkeit und umschreibt die einzelnen Deliktsarten. Basis ist das Strafgesetzbuch (StGB), in dessen sogenannten Besonderen Teil etwa 250 Straftatbestände umschrieben sind (z.B. Diebstahl, Brandstiftung, Nötigung, Vergewaltigung usw.). Daneben existieren zahlreiche Nebengesetze in denen sich Strafvorschriften befinden, z.B. das Straßenverkehrsgesetz (StVG) oder das Betäubungsmittelgesetz (BtMG).

Oftmals werden Handlungen gar nicht als Straftaten wahrgenommen oder als Bagatelldelikte abgetan.

Hat etwa eine Person in einem Supermarkt einen wenige Euro teuren Gegenstand gestohlen, wird häufig der vernehmende Polizeibeamte erzählen, dass es sich um ein Bagatelldelikt handele und das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werde. Dies ist leider häufig gerade nicht der Fall. Deshalb ist dringend anzuraten, auch bei eindeutig erscheinender Beweissituation keinerlei Angaben zu machen und einen Anwalt für Strafrecht aufzusuchen. Denn ein Diebstahl kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Oder wer bei Abschluss eines Vertrages, wider besseres Wissen, die Erklärung abgibt, bei Fälligkeit einer Forderung zahlen zu können und zu wollen, macht sich wegen Betruges strafbar, denn der Erklärende täuscht den Vertragspartner über seine Zahlungsfähigkeit.
Betrug wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.

Auch eine unachtsame Äußerung kann schon eine strafbare Beleidigung darstellen. Dies ist der Fall, wenn eine Äußerung eine Kundgabe der Miss- oder Nichtachtung enthält. Ob eine mangelnde Achtung vorliegt, ist unter Berücksichtigung des Sinns der Äußerung zu ermitteln. Hierbei sind die Anschauung und der Umgangston der Beteiligten zu berücksichtigen. So kann etwa die Äußerung „Sie können mich mal“ je nach beabsichtigter Bedeutung schon eine Beleidigung darstellen.

Dies sind nur einige exemplarische Beispiele. Sie sollten jedoch bei jedem Straftatbestand so früh wie möglich einen Strafverteidiger hinzuziehen, denn schon ein Wort in der ersten polizeilichen Vernehmung kann schwerwiegende Auswirkungen auf das gesamte Strafverfahren und auf das Urteil haben. Wir stehen Ihnen als Strafverteidiger vertraulich in jedem Stadium des Strafverfahrens zur Seite und vertreten Sie gegenüber den Strafverfolgungsbehörden und dem Gericht.